Uni

Donnerstag, 07.08.2014

Der Campus ist riesig. Wir studieren ausschließlich am South Campus, es gibt noch weitere fünf Standorte: Missionvale, North, 2nd Avenue, George und Business School. Von einem Ende des Southcampus bis zum anderen braucht man mit dem Fahrrad knapp 10 Minuten. Direkt neben dem Campus ist ein Naturressort, wo man eigentlich jeden Tag Zebras und Gazellen sieht. Insgesamt studieren an der NMMU knapp 25.000 Stunden.

DIe Kurswahl hat sich als deutlich schwieriger rausgestellt, als ich angenommen hatte. Es gab einige Überschneidungen und manche Kurse waren dermaßen uninteressant, so dass ich bis zum letzten möglichen Termin meine Vorlesungsplan täglich zweimal komplett über den Haufen werfen musste. Am Freitag habe ich mich dann auf fünf Fächer festgelegt:   Afrikaans, International Economics, Labor Economics, Tourism und Business Ethics.

Toursim und Business Ethics ist ziemlich viel Gequatsche um Nichts, Afrikaans ist ganz lustig und Int. Eco und labor Eco. macht tatsächlich Spaß. Die Lehrveranstaltungen sind ähnlich, wobei man hier in jedem Modul mindestens zwei Zwischenprüfungen schreibt und bei einigen noch Assigments hat aus denen sich dann die jeweiligen Vornote ergibt, die zu mind. 40% in die Endnote eingeht - nicht wie man das in Deutschland kennt erst die letzten 3 Wochen im Semster lernen sondern das ganze Semester.... Also ganz so entspannt und einfach wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es doch nicht. Was das ganze noch etwas erschwert ist natürlich die Sprache, aber das klappt inzwischen schon ganz gut, auch wenn ich manche Wörter noch nie zuvor gehört habe, wie z.B. pecuniary,ambiguous oder gerne auch:

Antidisestablishmentarianism

Mein Stundenplan ist jetzt nich ganz so voll, Montags: 1 1/2 Std., Dienstags: 1 1/2 Mitwoch: 4 1/2!! Donnerstag: frei Freitag: 3. Allerdings machen die Profs anstatt 1 1/2 immer zwischen 50 Minuten und einer Stunde, was die Stimmung immer deutlich hebt.

Ansonsten sind die Profs ganz entspannt. Die Afrikaans Lehrerin ist etwas gewöhnungsbedürftig, sie ist knapp 50 etwas kräftiger gebaut und manchmal fängt sie einfach an zu singen oder wenn jemand gähnt, fängt sie an in die Hände zu klatschen und alle müssen bis zehn zählen und dann möchte sie auch noch ein paar stretching Übungen machen und sie hat IMMER gute Laune. Wenn sie spricht wechselt sie gerne mal zwischen Bariton und Sopran.

1: een            6. ses

2: twee          7. sewe

3: drie           8. ag

4. vier           9. nege

5 vyf             10. tien

Addo Elephant und Townshiptour

Mittwoch, 06.08.2014

Am Samstag den 26.07 haben wir eine Tagestour in den Addo Elephantpark unternommen. Ich wurde mit Ruben, Stephan und einigen andere Internationals (hauptächlichen Deutschen, 70% der Internationals sind hier deutsch..) morgens um acht von Kevin, unserem etwas verrückten aber sehr kompetenten Guide, abgeholt. Insgesamt haben wir für die Tour knapp 35€ bezahlt. Das hat sich aber echt gelohnt, wie wir nachher herausgefunden haben, hat die andere Gruppe ohne Guide, die zeitgleich mit uns dort war ca. 2 Elefanten und 3 Zebras gesehen, weil die nicht wussten wo die guten Spots waren. Zu Beginn war es etwas tierarm dort, aber dann haben wir endlich unsere erste Elfantenherde (ca 12) gesehen, die direkt an unserem Auto vorbeigelaufen sind. Neben Elefanten haben wir gesehen: Zebras, Büffel, Sträuße, Kudus, Timon und Pumba (Erdmännchen und Warzenschwein) und noch vieles mehr..

Mittags haben wir in einem Restaurant eine Pause gemacht und Kudufleisch probiert. Stellt es euch wie Rumpsteak vor, nur noch zarter und leckerer. Dann haben wir verzweifelt nach Löwen gesucht, aber leider keinen gefunden. Das ärgerliche war, dass Kevin diese Tour am nächsten Tag nochmal gemacht hat und sowohl Rhino mit Baby! (was er seit 6 Monaten nicht mehr gesehen hat und er ist so gut wie jeden Tag dor) als auch Löwen mit der Gruppe gesehen hat. Büffel kleine Elefantenherde Kudus Strauß (schnell zu Fuß)

 

Nachdem wir die Suche verzweifelt abgebrochen haben, sind wir dann in ein Township gefahren. Ist schon ziemlich krass zu sehen wie die Menschen dort leben. Als weißer wird man dort sehr skeptisch angeguckt und wären wir nicht mit Kevin da gewesen, der sich politisch für die Townships engagiert und dort bekannt ist, hätten wir sicher nicht so eine ruhige Fahrt gehabt.Jedenfalls sind wir dann zu einem Freund von Kevin gefahren und der hat uns ein bisschen was dazu erzählt. Man bekommt ein Haus in einem Township umsonst, wenn man weniger als 3500 Rand (250€) im Monat verdient - sofern eins frei ist. Als wir ausgestiegen sind, kamen von allen Seiten Kinder angerannt und wollten mit uns spielen und Fotos machen. Das war allerdings keineswegs gespielt, die haben sich wirklich wahnsinnig gefreut, weiße sind dort eine art Attraktion. Anschließend sind wir noch in ein Pub gegangen, wo man ohne Führung nicht zwingend rein gehen sollte. So ganz genau hat der Kamerad es dort mit dem Rechnen nicht genommen. So haben Ruben, Stephan und ich für das selbe Essen und trinken, drei nicht unerheblich unterschiedliche Beträge bezahlt.
War eine sehr interessante Erfahrung mal zu sehen, wie die wirklich armen Menschen dort leben und man realisiert, dass es einem doch ziemlich gut geht.

die Luft war so staubig die Küche in den besseren Häusern Kinder und Eric aus Schweden, wir haben ihm geraten den Bart stehen zu lassen :D Kids

Ruan und Jan und der verpasste Worldcup

Montag, 04.08.2014

Hello,

nachdem ich am Mittwoch angekommen bin und am Donnerstag die erste Hausparty mit knapp 200 Leuten mitgenommen habe, stand für Freitag "the Island" - ein Pub - auf dem Plan. Dort wurden wir, da es Teil der Einführungswoche war, mit dem Bus hingefahren. Nach kurzer Zeit habe ich einen Südafrikaner getroffen, der ganz harmlos aussah und mit dem ich mich eine gute Stunde in mäßigen Englisch unterhalten habe. Das war Jan. Jan kommt aus Südafrika, studiert Architektur und hat uns gleich eingeladen mit ihm und seinem Kumpel Ruan auf die nächste Feier mitzukommen. Da ich schon ein bis zwei Bier getrunken hatte, machte ich mir über mögliche Konsequenzen keine Gedanken und bin mit den beiden und Ruben (mein zweiter Mitbewohner, auch aus Münster) in Ruans Auto zur nächsten Feier. Beste Entscheidung die ich rückblickend getroffen habe. Dort haben wir uns weitere Kaltgetränke genehmigt und den Abend dann in einer Bar ausklingen lassen, in der alles 75% günstiger war und ein Bier umgerechnet 30 cent gekostet hat. Am nächsten Tag wollten wir dann mit den beiden zur Surf-WM, Ruan hat sich aber nicht gemeldet, wie sich herausstellte schläft er gerne etwas länger, so dass wir den Ausflug auf den nächsten Tag (Sonntag) verschoben haben.

Am nächsten Morgen ging es dann los, auf zum Surfcup. Voller Vorfreude kamen wir an einem schönen Strand an wo wir auch schon die ersten Surfer sahen. Ein bisschen verwunderlich war, dass es immer mehr Surfer wurden, die alle gemeinsam im Wasser waren und Zuschauer waren auch nicht so viele da. Wie sich herausstellte, war das Finale am Tag zuvor gewesen.

Auf dem Rückweg, sagte Jan dann auf einer abgelegenen Straße : "so das ist jetzt der Zeitpunkt wo wir an die Seite fahren, Euch ausrauben und hier sitzen lassen". Sie haben uns dann jedoch netter Weise nicht dort sitzen lassen und ausgeraubt haben sie uns auch nicht. Auf dem Rückweg haben wir anstatt des Highways die Landstraße genommen und häufig an schönen Stellen angehalten und die Landschft genossen. Das einzig negative an diesem Tag war der verpasste Worldcup und dass am nächsten Tag die Uni losgeht.

Jeffreys Bay v.l.n.r Ruben, Ruan, Stephan  JB RückwegSurfeeen

Reise nach Port Elizabeth

Sonntag, 03.08.2014

Das erste mal, dass ich so richtig realisiert habe, dass es mal wieder los geht, war als ich ins Flugzeug nach Paris eingestiegen bin. Nach einem kurzen Flug in einem noch kürzeren Flugzeug, kam ich dann in Paris an. Das schöne an den französischen Flugbegleitern ist, dass man nicht weiß, ob sie gerade englisch oder französisch reden. Jedenfalls habe ich mich dann mit Stephan (einer meiner Kommilitonen, den ich zuvor nicht kannte) in der Innenstadt von Paris getroffen, wir haben uns Fahrräder ausgeliehen und dann die Stadt erkundet. Dabei sind wir mehrmals nur knapp mit unserem Leben davon gekommen, vor allem als wir ausversehen eine (FÜNFspurige) Einbahnstraße in der falschen Richtung entlangfuhren. Alles in allem hatten wir aber schönes Wetter und der Eifelturm ist auch immer wieder sehenswert.

Dann ging es mit dem A380 in Richtung Johannesburg und von dort aus bin ich dann erstmal alleine (Stephan hat ausversehen einen anderen Anschlussflug gebucht, so dass wir nicht zusammen geflogen sind) weiter nach Port Elizabeth geflogen. Am Flughafen wartete dann ein nicht ganz vertrauenswürdig aussehender Mann namens "Peng" auf mich, der seinem Namen gerecht werden sollte. Ursprünglich sollte er nur jemand anderes mitnehmen und zur NMMU (Nelson Mandela Metropolitan University) bringen, ich bin dann jedoch einfach mit eingestiegen. Und dann ging die Reise los, knappe 15 Minuten hörte Peng nicht mehr auf zu reden und erzählte uns, dass es so gut wie sicher ist, dass wir in hier Südafrika überfallen und dass uns noch viele andere schlimme Sachen passieren werden. Dann holte er weit aus und zog über die schwarze Bevölkerung des Landes her (er selber war dunkelbraun), wie faul und unnütz diese sei. Nach knapp fünf Minuten habe ich nur noch genickt und nicht mehr zugehört während mein Mitfahrer immer blasser wurde.

Letzlich sind wir dann gut angekommen, ich durfte in meine Wohnung gehen und bin dann erstmal einkaufen gegangen. Nach gefühlten zwei Stunden und fünf km Fußweg habe ich beschlossen, dass ich mir so schnell wie möglich ein Fahrrad zulegen muss. Abends kam dann auch Stephan an, dem "Peng" die gleichen Storys erzählt hat. Dann haben wir noch einen kleinen süßen Skorpion bei uns im Zimmer gefunden, dessen Gift lebensgefährlich ist, wie wir später herausgefunden haben. Wir haben ihn unwissend einfach wieder vor die Tür gesetzt.

  Unsere Küche  Mein Zimmer One day in Paris Mitbewohner unser Garten